Vivobarefoot Primus Flow – Barfußtraining mit Ben Le Vesconte

Das Besondere an der Marke Vivobarefoot ist, dass es sich dabei im ganzheitlichen Sinne nicht nur um Produkte – die zweifelsohne sehr hochwertig und extrem funktionell sind – handelt, sondern um ein Konzept und eine Art von gesundheitsorientierter Lebensweise. Vivobarefoot kann als Lifestyle betrachtet werden, der den Wunsch hegt in seiner physiologischen Bewegung zurück zur Natur zu finden. Dies wurde der Wiener Sport-Redaktion in Form von Markus Steinacher beim persönlichen Treffen mit dem englischen Barfuß-Experten Ben Le Vesconte so richtig bewusst. Das Meeting hat am Mittwochen, den 26. März 2025, im MOTUS Health Physiotherapie & Trainingszentrum in Ismaning (nördlich von München) stattgefunden. Im Fokus des gemeinsamen Barfußtrainings stand dabei der nagelneue Vivobarefoot Primus Flow, jenen reinen Barfuß-Laufschuh, den Markus bereits im Vorfeld des Meetings auf seine Praxistauglichkeit testen konnte.

ben le vesconte
Abbildung (v.l.n.r.): Markus Steinacher und Ben Le Vesconte beim Barfuß-Meeting in Ismaning bei München

Das MOTUS Health Physiotherapie- und Trainingszentrum bietet alles was man rund um das Training im Vivobarefoot-Style benötigt. Dabei hat der Name „MOTUS“ hier nichts mit dem Barfußschuh MOTUS STRENGHT zu tun, wie man jetzt glauben könnte. Dies ist ein passender Zufall der auf jeden Fall stimmig ist. Ziel des Meetings war es, sich in Bezug auf Erfahrungen mit dem Thema Barfußlaufen auszutauschen und um von der reichhaltigen Expertise von Ben Le Vesconte zu lernen, wie man am besten mit Barfußschuhen umgeht.

Video zum Beitrag: Barfußtraining by Ben Le Vesconte mit dem PRIMUS FLOW

Markteinführung des Primus Flow

Das Besondere an dem Zeitpunkt des Meetings war, dass dies kurz vor der offiziellen Markteinführung des Primus Flow (Markteinführung: 1. April 2025) stattgefunden hat. Insofern ist dies der Zeitpunkt einer gewissen Trendwende, da Seitens Vivobarefoot der Primus Flow als der erste reine Laufschuh der Marke kommuniziert wird. Dies ist natürlich ein großer Schritt für einen Barfußschuh-Hersteller, der sich mit dieser Ansage zutraut, einen Barfußschuh wirklich als reinen Laufschuh zu deklarieren.

Abbildungen: der Primus Flow © Vivobarefoot

Wie wir aus der Erfahrung heraus wissen, ist das natürlich in gewisser Weise gefährlich, da sich einige Menschen in der Vergangenheit bei unsachgemäßer Verwendung von Barfußschuhen verletzt haben oder zumindest ihre Beine / Füße „überfordert“ haben. Daher ist es speziell auch hier und jetzt mit dem Primus Flow umso wichtiger, einen korrekten Einstieg ins Barfußlaufen zu gewährleisten.

Dabei hilft Ben Le Visconte. Das ist sein Job, die Menschen mit seinen Kursen auf das Barfußlaufen richtig vorzubereiten. Ein reichhaltiges Sortiment an Knowledge steht allen hier zur Verfügung.

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Abbildung: Markus beim Lauftest im MOTUS Trainingszentrum mit einem dunklen Primus Flow

Über das gemeinsame Barfußtraining mit Ben Le Visconte

Gleich zu Beginn des Trainings wurde klar: Ben weiß wovon er spricht und wie er handelt. Er ist die ganze Zeit wie ein Wiesel barfuß im Trainingszentrum herumgelaufen und hat Menschen dabei gecoacht und sehr praxisorientiert das Barfußlaufen näher gebracht. Insgesamt hat unser Markus von der Wiener Sport-Redaktion ganze 90 Minuten pures Barfußtraining mit Ben erlebt. Und auch danach noch wurde ordentlich Zeit überzogen, da es noch so viele Dinge rund um das Thema zu besprechen gab.

Ben sieht sich zu Beginn die Grundvoraussetzungen der „Probanden“ an und versucht auf Grundlage der ersten Erkenntnisse und Analyse des jeweiligen Probanden die wesentlichsten Punkte zu filtern, die im Speziellen zu beachten und erlernen sind. Insofern kann jedes Training für jeden Probanden anders aussehen, da jeder Mensch andere Grundvoraussetzungen und Bedürfnisse hat. Daher handelt es sich hier beim Barfußtraining um eine Art von funktionellem Personaltraining, bei welchem die Stärken und Schwächen des Menschen berücksichtigt werden.

Es gibt zwar einen funktionellen Baukasten an Übungen, der für alle mehr oder weniger gleich ist, aber darüber hinaus kann das Barfußtraining je nach Bedarf auch variieren, je nachdem wo die Stärken und Schwächen liegen.

Laufstil-Analyse mit Video hilft

Daher hat Ben auch bei Markus eine Video-Laufanalyse mit klassischen Laufschuhen, und im Vergleich dazu, mit Barfußlaufschuhen gemacht, und danach individuelle Tipps gegeben, die Markus in sein künftiges Training miteinbeziehen kann, um gewisse Defizite in der Lauftechnik zu minimieren. Dabei geht es auch um Feinheiten im Bewegungsablauf, Gewichtsverlagerung, Sensomotorik, Streckung in der Hüfte, Bein-Stabilität und Körperspannung.

vivobarefoot barfußtraining mit laufstilanalyse
Abbildung: eine Video-Laufstilanalyse hilft bei Erkennen von Details im Laufstil

Speziell im Bewegungsablauf der Lauftechnik einer Person kann viel optimiert werden um möglichst nahe an eine gesunde Körperhaltung während des Laufens zu gelangen. Obwohl das ein sehr komplexes Thema ist, da man mit Änderungen am eigenen Laufstil äußerst vorsichtig umgehen muss. Daher ist auch das Barfußlaufen nicht die schnellste Disziplin im Laufsport, zumindest nicht für den Großteil der Menschen, die das auch nicht gewohnt sind.

Laufen ist nicht gleich Laufen

Beim Barfußlaufen herrschen andere Gesetze, als wie man es vielleicht vom klassischen Lauftraining gewohnt ist. Während man beim kurzen und schnellen Sprinten ein weit nach vorne angehobenes Knie (mit extremer Beugung im Hüftgelenk) in Gedanken visualisiert, dann ist das nicht im Sinne der Lauftechnik, wie Ben sie erklärt. Flottes Laufen sollte sich in seinem Sinne auch nicht über die Schrittfrequenz definieren, sondern über die Amplitude des Beines im Bewegungsablauf hinter dem Körper, als demnach wo sich die Ferse in Richtung Gesäß hinbewegt.

Die Ferse beim Laufen

Je höher hinten die Ferse zum Gesäß kommt, umso schneller ist man. Dabei ist aber zu beachten, dass man nicht bewusst versucht, die Ferse so hoch wie möglich zum Gesäß zu bringen, da das unökonomisch ist. Es soll automatisch durch den Schwung passieren, dass wenn man schneller wird, die Ferse entsprechend höher Richtung Gesäß kommt. Wenn man langsam läuft und die Ferse bewusst höher nach hinten zum Gesäß bringt, kostet das viel Kraft – Kraft die wie wo anders benötigen um effizient zu laufen.

Schrittfrequenz als Richtwert

Die Schrittfrequenz soll im Idealfall dabei stets gleich sein (180 Schritte pro Minute), egal wie schnell man läuft. Wenn man die „richtige“ Lauftechnik einsetzt, erkennt man bei höherem Tempo, dass die Ferse hinter dem Körper näher rankommt, als bei langsameren Tempo.

Oftmals ist zu beobachten, dass Läuferinnen und Läufer mit ihren Beinen in der Laufbewegung zu viel vor dem Körper machen, also das Knie nach vorne zu hoch anheben (hohe Belastung des Hüftbeugers, …) und zu weit vorne mit dem Fuß am Boden auftreffen.

Besser wäre es zu versuchen, die Beinaktivität in der Laufbewegung weiter hinter den Körper zu verlagern. Also auch weiter hinten (möglichst genau unter dem eigenen Körperschwerpunkt) mit dem Fuß am Boden aufzukommen, um nicht nur eine kurze Bodenkontaktzeit zu generieren, sondern um möglichst auf kurzem Weg das Bein nach hinten zu bewegen / zu strecken und dabei in der Hüfte auch eine Streckung zu erlangen. Dies entlastet nicht nur unseren Hüftbeuger (m. iliopsoas), sondern bewirkt, dass wir grundsätzlich in kinetischer Hinsicht viel effizienter Laufen (wohlgemerkt: wenn wir es richtig machen und gewohnt sind).

Nun stößt man sich bereits hinter dem Körperschwerpunkt kraftvoll mit dem Bein vom Boden weg um sich selbst weiter nach vorne zu bewegen. Je dynamischer dieser Ablauf stattfindet, umso höher gelangt die Ferse zum Gesäß, eigentlich ganz von alleine.

Laufen ist kein K(r)ampf

Und es sollte jetzt nicht Ziel sein, dass man versucht krampfhaft möglichst hohe Ferse zu machen, um dadurch vielleicht schneller zu werden. Im Gegenteil: eigentlich ist es am besten in Bezug auf die Laufökonomie, mit möglichst wenig bewussten Kraftaufwand locker-flockig mit 180 spm (Schritten pro Minute) voranzukommen.

Das zu verinnerlichen und automatisch im eigenen Laufstil zu verankern, ist eine echte Mammutaufgabe. Es ist nicht einfach so umzusetzen, schon gar nicht auf einmal gleich im nächsten Lauftraining. Man muss sich langsam und step-by-step an solche Änderungen herantasten.

Jedenfalls war diese komplexe Thematik eines der zentralen Themen des Meetings mit Ben und es wurde dabei im Praxistest mit dem Primus Flow gelaufen.

Auf Nummer sicher (Barfuß-) gehen

Das Thema „Lauftechnik“ ist an sich schon sehr schwierig und komplex zu erklären. Und es wird von Seiten der Wiener Sport-Redaktion empfohlen, sich mit dem Thema unter professioneller Anleitung auseinanderzusetzen. Dafür gibt es Spezialisten wie Ben Le Visconte.

Es gibt auch natürlich bei manchen Menschen gewisse Gründe dafür, dass man seinen individuellen Laufstil besser nicht ändert und so akzeptiert wie er nun mal ist. Das zu bewerten obliegt natürlich auch Spezialisten, die für das Thema geschult sind.

Dieser Artikel soll nicht erklären wie Sie zu laufen haben, sondern ein Gefühl und Basiswissen davon vermitteln, was im allgemeinen Sinn dazu ratsam sein könnte um Ihnen mehr Lauf- und Lebensqualität zu schenken. Sind Sie sich daher dessen bewusst, sprechen Sie mit Spezialisten und nehmen Sie das an, was Ihnen persönlich gut tut.