Um gleich vorweg zu nehmen: Natürlich ist Darts auch eine Sportart, in wie fern, dazu später mehr. Und pünktlich zur Weihnachtszeit wird Jahr für Jahr sehr oft die Frage in den Raum gestellt: Ist Darts ein ernstzunehmender Sport oder lediglich ein Geschicklichkeitsspiel? Für Gelegenheitszuschauer ist dies schwierig zu beantworten. Und tatsächlich gibt es Argumente, die sowohl für ein Ja als auch für ein Nein sprechen.

Warum Darts Sport ist
Die österreichische Bundes-Sportorganisation (BSO) definiert Sport als „motorische Aktivität“, die „körperliche Fertigkeiten und Anstrengungen“ voraussetzt und „wettkampfmäßig“ oder aus „Spaß und Freude“ betrieben wird. Zum Wesenskern gehört nach Ansicht der BSO eine „sportartbestimmende motorische Aktivität“. Wenn man diese Definition zugrunde legt, ist Darts eindeutig ein Sport.
Aus diesem Grund ist der Österreichische Darts Verband (ÖDV) Mitglied der BSO. Auch in anderen Ländern schließen sich Spieler Verbänden und Vereinen an. Regelmäßig treten Spieler in Turnieren und Ligen gegeneinander an, der Wettkampfcharakter ist zweifelsohne vorhanden. Für Darts scheinen motorische Fertigkeiten von Vorteil zu sein. Anders ist kaum zu erklären, warum manche Spieler mehr Punkte werfen und häufiger Durchgänge (Legs) gewinnen als andere.
Um als Sportart eingestuft zu werden, sind laut BSO Chancengleichheit, Fairplay und Regeln entscheidend. Beim Darts sind die Höhe der Dartscheibe und die Entfernung der Wurflinie in den Regeln exakt vorgegeben. Fest steht auch, dass Spieler eine Minute Zeit haben, um einen Dart zu werfen; das Gewicht eines Pfeils darf 50 Gramm nicht überschreiten. Kurzum: Darts hat Vorschriften für jede Spielsituation. Bei Streitigkeiten muss der Caller – der zugleich als Schiedsrichter fungiert – bloß ins Reglement schauen, um Fairplay wiederherzustellen. Darts ist demnach nicht nur Sport, sondern auch eine Sportart. Das sehen auch viele Fans ähnlich.
Enormer Zuwachs an Popularität
Wie populär Darts mittlerweile geworden ist, zeigt sich nicht nur bei TV-Übertragungen in Österreich, sondern vor allem im Mutterland des Sports in England. Dort erzielen die Darts-Sendungen im Fernsehen höhere Einschaltquoten als die Formel 1. Die Stars der Szene kennt jeder Sportbegeisterte, die Wirtschaft reißt sich darum, die Events sponsern zu dürfen. Ganz vorne mit dabei ist die Sportwettenbranche, die nicht nur bei den größten Turnieren, sondern auch auf den Trikots der besten Dartsspieler. Als wichtiger Bestandteil der Online-Casino-Branche profitieren Sportwetten-Angebote von der Sichtbarkeit des Sports in den Medien.
Das entfachte Interesse der Kunden befeuern die Betreiber mit einem Casino-Bonus, der es neugierig gewordenen Darts-Fans ermöglicht, die Angebote kostenlos auszuprobieren. Die Sponsorengelder, die in den Sport fließen, tragen das ihre dazu bei, Darts noch populärer zu machen. Davon profitieren auch die österreichischen Spieler, denen es immer wieder gelingt, in der Weltspitze mitzumischen. So stieß einst Mensur Suljovic bis in die Top 10 der besten Darts-Spieler der Welt vor und gewann einige der größten Turniere. Auch er musste sind lange rechtfertigen, ob Darts denn nun tatsächlich ein Sport ist.
Wenn Darts eigentlich kein Sport ist
Was die obigen Einlassungen frecherweise ignorieren: Sport wird normalerweise auch mit „gesundheitsfördernder Zielsetzung“ ausgeübt, wie die BSO in ihren Statuten selbst einräumt. Es genügt, sich die Weltmeisterschaften der letzten Jahre ins Gedächtnis zu rufen, um zu erkennen: Darts-Spieler sind selten athletisch gebaut und oft übergewichtig. Ganz offensichtlich ist es nicht erforderlich, sportlich zu sein, um im Darts-Sport zu brillieren.
Ein weiterer Punkt: Alkohol
Darts ist in Pubs und Kneipen heimisch, und viele Spieler sind es gewohnt, während des Spiels Alkohol zu konsumieren. Dies scheint sogar für versierte Profis zu gelten, die anscheinend nur unter Alkoholeinfluss in der Lage sind, ihre Leistungen abzurufen – oder dies zumindest annehmen. Der Deutsche Dart Verband (DDV) sah sich 2024 gezwungen, Alkoholkontrollen einzuführen. Auch der Weltverband PDC musste im gleichen Jahr eine neue Regel ersinnen: Mehrere Spieler hatten begonnen, Alkohol in Wasserflaschen abzufüllen und so heimlich mitzuführen. Dies wird jetzt geahndet, bei wiederholten Verstößen werden Spieler suspendiert.
Nicht alle Spieler, die vor wichtigen Darts-Matches Alkohol zu sich nehmen, sind dem Alkoholismus verfallen. Tatsächlich kann Alkohol die Nerven beruhigen und auf diese Weise leistungssteigernd wirken. In der Soldatensprache wird Alkohol deshalb scherzhaft als Zielwasser bezeichnet. Mit Spirituosen soll sich die Treffsicherheit erhöhen – beim Darts wie im Schützengraben. Wenn Alkohol tatsächlich diesen Nutzen birgt, sollte er unter Doping fallen und auf der Verbotsliste stehen. Auf der Bühne trinken die Spieler zwar nur Wasser, aber was vor oder nach dem Spiel geschieht, davor verschließt die PDC ihre Augen.
180 geworfen: Glück gehabt oder gekonnt verwandelt?
Jeder Spieler träumt davon, mit drei Pfeilen dreimal die Triple 20 zu treffen und so 180 Punkte zu erzielen. Besonders talentierten Spielern gelingt dieses Kunststück innerhalb weniger Minuten – andere müssen jahrelang hoffen und bangen. Tatsächlich gibt es verschiedene Wege, den eigenen Wurf zu verbessern.
Wie weit der Arm zurückgezogen wird, ob sich die Spieler nach vorn beugen oder gar auf einem Bein stehen, ist egal, solange die Füße hinter der Wurflinie bleiben. Allerdings ist es ratsam, den Bewegungsablauf möglichst stark zu vereinfachen. Idealerweise bewegt sich bloß der Wurfarm, während der restliche Körper ruht. Ausnahmen wie John Henderson, der bei jedem Dart wippt, bilden die Ausnahme und sind nicht nachahmenswert.
Statt den Wurfstil anderer Spieler perfekt zu imitieren, ist es sinnvoller, einen Wurf zu finden, der zu einem passt. Mit zunehmendem Training verbessert sich das Wurfbild, die Darts stecken näher zusammen. Mit Trainingsspielen und im Wettkampf mit anderen Spielern rücken die 180 und bald auch High Finishes in greifbare Nähe.
Zeitweise war Darts ein Glücksspiel
Im Jahre 1908 musste sich ein britischer Gastwirt vor Gericht verantworten, wegen illegaler Wetten auf ein Glücksspiel. Besagtes Glücksspiel: Darts. Als Verteidigungsstrategie nahm der Gastwirt den talentiertesten Darts-Spieler der Gegend mit in den Gerichtssaal. Dieser stellte seine Wurfkunst eindrucksvoll unter Beweis, während sich der Gerichtsdiener sichtlich abmühte. Für das Gericht stand außer Frage: Darts kann kein Glücksspiel sein. Selbst wenn man Darts also nicht als Sport betrachtet, ist dem Spiel das notwendige Geschick nicht abzusprechen.
Darts ist ein Sport / Spiel für alle Altersgruppen
Männer und Frauen aller Altersgruppen sind eingeladen, in Vereinen einzutreten und sich miteinander zu messen. Auch wenn es Turniere gibt, die ausschließlich jungen Spielern oder nur Frauen offenstehen, sind die meisten Bewerbe allen zugänglich. In den Ligen ringen Spieler mit jahrzehntelanger Erfahrung mit Teenagern, die mit dem Darts-Spiel erst vor wenigen Wochen begonnen haben, um den Sieg. Ganz egal, ob Sport oder nicht, freut es, dass beim Darts Jung und Alt aufeinandertreffen und mit „Spaß und Freude“ auf eine Scheibe werfen.